Riesen-Bärenklau

Riesenbärenklau – Gefahr am Wegesrand

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum, Syn.: Heracleum giganteum) gehört zu den Doldenblütlern und ist auch unter den Namen Bärenkralle, Herkulesstaude oder Herkuleskraut bekannt. Er wurde um 1890 nach Europa eingeführt und auch von Menschen gezielt als Zier- und Trachtpflanze angesät. Für viele Menschen ist er heutzutage schlicht gefährliches Unkraut, Botaniker bezeichnen den Riesenbärenklau als invasiven Neophyten, also als eindringende neue Pflanze. So aggressiv wie diese Bezeichnung klingt, ist diese Pflanze auch. Wo der Riesenbärenklau wächst, haben keine andere Pflanzen mehr Platz.

Im ersten Jahr bildet der Riesenbärenklau eine Rosette mit gefiederten, auf der Unterseite rauhen Blättern und wird ca. 1 Meter hoch, er kann nach 2-3 Jahren aber sogar bis zu 5 Meter hoch werden. Seine Blüten sind weiß bis rosa gefärbt, der Durchmesser der Blüten kann bis zu stattliche 80 Zentimetern betragen. Der Stängel eines ausgewachsenen Riesenbärenklaus kann unten am Grund bis zu zehn Zentimeter Durchmesser erreichen. Jede Pflanze bildet zwischen 10.000 und 50.000 Samen, die nicht nur schwimmen können, sondern sich mit dem Wind überall in der Umgebung verteilen. So keimen schnell wieder neue Pflanzen. Man findet den Riesenbärenklau hauptsächlich an Flüssen und Bächen, auf Brachland und an Strassenrändern vor, aber im heimischen Garten kann so eine Pflanze keimen, besonders wenn der Boden Nährstoffreich und nicht zu trocken ist.

Riesenbärenklau am Wegrand
Feldweg mit Riesenbärenklau

Gerade beim Gassi gehen im Sommer kann es schnell passieren, dass man in einem unachtsamen Moment den Riesenbärenklau streift. Im ersten Augenblick fühlt es sich an wie Brennessel, die Haut schwillt an. Durch Sonneneinstrahlung verschlimmern sich die Beschwerden und die Haut entwickelt u. U. sogar Brandblasen. Diese Blasenbildung ähnelt einer Verbrennung Grad 2-3 und ist noch tagelang äußerst unangenehm. Schuld daran sind die im Pflanzensaft enthaltenen 6,7-Furocumarine. Diese werden durch die UVA- und UVB-Strahlung des Sonnenlichts aktiviert (Photoaktivierung) und führen dann zu Juckreiz, Hautrötung, Schwellung, Blasenbildung, Läsionen, Photopigmentierung und Narbenbildung. Hautsymptome treten ggf. nicht sofort, sondern auch erst nach 2-3 Tagen auf.

Furocumarine können aber nicht nur über die Haut, sondern mit dem Staub auch über die Atemwege aufgenommen werden. Dadurch können Atemnot, Bronchitis, Schweißausbrüche und Kreislaufschock auftreten. Die Aufnahme über die Atemwege ist besonders an sonnigen, heißen Tagen möglich. Hunde können sich trotz Fell ebenso Verbrennungen zuziehen oder die Furocumarine über die Atemwege aufnehmen.

Im eigenen Garten sollte der Riesenbärenklau sofort entfernt werden. Hierfür ist es wichtig, auf entsprechende Schutzmaßnahmen zu achten. Lange Kleidung, Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutz. Am besten entfernt man die Pflanzen in den Abendstunden, wenn die Sonne nicht mehr scheint oder an einem bewölkten Tag. Es sollte dabei mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche die Wurzel durchstochen und entfernt werden, damit gewährleistet ist, dass der Vegetationskegel, aus dem die Pflanze neu austreiben kann, entfernt wurde. Anschließend wird der ausgegrabene Riesenbärenklau mit der Wurzel nach oben (so wächst die Pflanze nicht neu an) im Müll entsorgt. Wenn Sie beim Spaziergang Riesenbärenklau entdecken, können Sie ihn bei den Behörden melden, er wird dann fachmännisch entfernt.

Bei Kontakt mit Pflanzenteilen oder dem Saft des Riesenbärenklaus sollte direkte Sonneneinstrahlung gemieden und die betroffene Stelle mit kühlem, klarem Wasser abgespült werden. Nach 2-3 Wochen sind die betroffenen Hautareale in der Regel abgeheilt, bis dahin sollte direkte Sonneneinstrahlung auf die betroffenen Stellen weiterhin gemieden werden.