Warum ein BARF Futterplan etwas mehr Geld kostet

Warum ein guter BARF Plan nicht (fast) umsonst sein kann

Manchmal kommt bei Kunden die Frage auf, warum ein BARF Plan, der von einem BARF Berater erstellt wird, so viel Geld kostet, wenn es doch überall im Netz kostenlose BARF Rechner gibt. Man gibt ein paar Daten ein, hat einen fertigen BARF Futterplan von der Stange und gekostet hat er nichts bis auf ein paar Minuten Zeit.

Um zu verstehen, warum man einen professionellen BARF Plan nicht für (fast) umsonst bekommt, muss man wissen, wie so ein Plan entsteht, wenn er von einem Ernährungsberater erstellt wird. Das Gros der Kunden in der Ernährungsberatung sind Halter, die entweder komplett neu in das Thema BARF einsteigen wollen oder die Tiere haben, bei denen ein BARF Plan von der Stange nicht weiter hilft, weil das Tier besondere Bedürfnisse hat, die berücksichtigt werden müssen. Oft sind es Hündinnen, die trächtig oder laktierend sind oder Welpen, die nach dem Absetzen direkt mit BARF aufgezogen werden sollen, meistens aber kranke Tiere.

Wenn sich ein Halter entschlossen hat, einen BARF Plan für sein Tier erstellen zu lassen, erfolgt zunächst eine Anamnese. Entweder persönlich, per Telefon/Email oder mittels eines Online-Fragebogens. Hierbei wird das Tier als Ganzes erfasst. Alter, Hormonstatus, Aktivität, Erkrankungen, Medikationen, Fressverhalten, Kot- und Urinabsatz und noch einiges mehr. Hinzu kommen Fragen zu den Wünschen des Halters. Auf wie viele Tage sollen  Zusätze und Knochen verteilt werden, in welcher Form sollen Knochen gefüttert werden, sollen bestimmte Dinge gar nicht oder unbedingt gefüttert werden etc.

Im nächsten Schritt werden diese Informationen ausgewertet, ggf. vorliegende Blutbilder oder Befunde von Kotuntersuchungen angesehen. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Zunächst berechnet der BARF Berater den Energiebedarf des Tieres und die Futtermenge, die benötigt wird, um den Bedarf zu decken. Nun wird die errechnete Futtermenge prozentual in die einzelnen Anteile wie Muskelfleisch, Knochen, Innereien, Obst, Gemüse etc. aufgeteilt. Je nach Einzelfall müssen hierbei einige Punkte abgeändert werden. Bei Tieren, die gewisse Dinge nicht vertragen, müssen die ersetzt werden, da jede im Plan enthaltene Komponente einen Versorgungsauftrag mit bestimmten Nährstoffen hat. Man kann also z.B. nicht einfach die Knochen ersatzlos streichen. Oder die Innereien. Man muss als Planersteller also einen Ersatz finden, den das Tier fressen darf und der die entsprechenden Nährstoffe abdeckt. Parallel dazu wird zwischendurch immer wieder kontrolliert, ob bei der Zusammenstellung der Nährstoffbedarf gedeckt wird und die Verhältnisse untereinander stimmen. Wenn nicht, wird bei einzelnen Komponenten so lange an kleinen Stellschräubchen gedreht, bis es passt. Kein Plan wird rausgegeben, der nur Pi mal Daumen ok ist. Niemals!

Bei einigen Erkrankungen sollten manche Komponenten im Plan nicht enthalten sein und müssen ggf. ebenfalls ersetzt werden, andere Dinge, die in einem regulären Futterplan standardmässig nicht enthalten sind, sollten hier ergänzt werden. Gleichzeitig muss immer wieder geprüft werden, ob der so entstehende Plan den Nährstoffbedarf abdeckt und ob man nicht irgendwo am Ende ein Zuviel hat. Dann müssen noch Zusätze wie Öl, Algen und ggf. Lebertran ausgerechnet werden. Bei Krankheit werden beispielsweise noch hilfreiche Kräuter in den Plan integriert, die zuvor entsprechend ausgewählt werden müssen. Denn auch Kräuter haben Nebenwirkungen, Kontraindikationen, Wechselwirkungen oder bestimmte Kräuter sollen nicht mit anderen Kräutern kombiniert werden. Bei der Erstellung des Futterplans wird von vielen Ernährungsberatern bei der Auswahl der Futtermittel auch noch die Energetik nach der TCM berücksichtigt, was gerade bei kranken Tieren keine unwichtige Rolle spielt.

All diese und einige weitere Einzelteile werden nun zu einem Futterplan zusammengefügt, mit genauen Angaben zu den einzelnen Komponenten, zu Nahrungsergänzungen und Zusätzen. Zusätzlich wird eine mehrseitige Erläuterung zum BARF Plan verfasst, die individuelle Erklärungen, Hinweise und Tipps enthält. Selbstverständlich wird kein Tierhalter dann mit seinem Plan im Regen stehen gelassen, sondern wird auch nach der Planerstellung weiterhin betreut, kann Fragen stellen, bekommt bei Bedarf noch zusätzliche Erklärungen und kann den Plan anpassen lassen, wenn nötig. Das ist natürlich nur eine grobe Zusammenfassung dessen, was bei der Futterplanerstellung im Hintergrund passiert, gibt aber doch einen recht guten Einblick, wieviel Zeit und Sorgfalt in die Planerstellung investiert wird. Was beim Kunden als PDF-Datei ankommt, sieht am Ende sehr einfach aus, es steckt aber viel Arbeit dahinter.

Kein BARF-Rechner aus dem Internet kann so individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Tieres eingehen. Natürlich benutzen auch wir Ernährungsberater spezielle Rechner, die wir teilweise sogar selbst mühsam erstellt haben. Aber auch die wollen immer wieder mit neuen Daten gefüttert werden. Das heißt, wir recherchieren, lesen, telefonieren und tauschen uns aus, um an Daten zu kommen, die wir für die Planerstellung brauchen. Das ist Arbeitszeit, die uns niemand bezahlt, die wir aber investieren, um auch weiterhin individuelle und bedarfsdeckende Pläne erstellen zu können. Auch Rechner sind nicht fehlerfrei, deshalb rechnen wir auch gerne nochmal selbst nach oder rechnen gleich alles „zu Fuß“.

Ein BARF Futterplan kann einfach nicht zum Schleuderpreis erstellt werden; das mag zwar im ersten Moment verlockend sein, rechnet sich aber für den Tierhalter auf Dauer nicht, wenn es zu Problemen kommt und dann doch ein neuer Plan erstellt werden muss.